Bundestag für eingeschränkte Zulassung von Embryonen-Gentests

Gentests an Embryonen sollen künftig unter strengen Voraussetzungen zulässig sein. Dies entschied der Bundestag nach einer mehrstündigen Aussprache. Voraussetzung soll sein, dass Paare eine Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder bei ihnen mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist. Um Missbräuche zu vermeiden, wird für die Eltern eine verpflichtende Beratung vorgeschrieben. Außerdem muss eine Ethik-Kommission ein positives Votum abgeben. Darüber hinaus soll die PID nur an wenigen lizenzierten Zentren vorgenommen werden können.

Gendefekt beeinflusst AMH-Test

Die Serumkonzentration von AMH zeigt einen engen Zusammenhang mit der Zahl heranreifender Follikel im Ovar und damit indirekt mit den Erfolgschancen einer Kinderwunschbehandlung. Auch für die Dosierung der Hormontherapie kann der AMH-Wert herangezogen werden. Allerdings fällt auf, dass bei einzelnen Patientinnen die Reifung der Eizellen doch nicht in dem Maße erfolgt, wie es der AMH-Wert erwarten lässt. Hierfür hat eine Münchener Arbeitsgruppe jetzt eine Erklärung gefunden. Sie identifizierten eine Enzymveränderung, die sie bei etwa 10 % der Kinderwunschpatientinnen nachweisen konnten. Bei diesen Frauen fiel die Eierstocksreaktion deutlich schlechter aus, als angesichts der AMH-Bestimmung erwartet wurde.

gyne 08/2011

Nach Embryotransfer liegen bleiben oder nicht?

Viele Faktoren beeinflussen den Erfolg einer IVF. In dem Glauben, Bettruhe könne dabei helfen, dass sich der Embryo in die Gebärmutter einnistet, wird sie von vielen Frauen praktiziert. In einer Zusammenschau gingen chinesische Wissenschaftler nun dieser Frage nach und analysierten alle relevanten Publikationen, in denen unterschiedlich lange Ruhezeiten nach dem Embryotransfer verglichen wurden.

Hierbei fand sich kein Unterschied der Implantationsraten in den Gruppen ohne Ruhezeit nach Transfer bzw. mit 30 Minuten, 60 Minuten oder sogar 24 Stunden. Somit ist Bettruhe nach dem Embryotransfer keine effektive Strategie, um die Implantationschance für einen Embryo zu verbessern.

Gynäkologie + Geburtshilfe; August 2011

Wenn sich Fehlgeburten wiederholen …

Es ist üblich geworden, Frauen mit wiederholten Fehlgeburten, auch ohne erkennbaren Grund und ohne nachgewiesene erhebliche Gerinnungsneigung (Thrombophilie), prophylaktisch mit Heparin und/oder Aspirin zu behandeln.

Zwei neue randomisierte Studien zeigten keinen Vorteil dieser Therapie. Daher wird ihre Anwendung außerhalb von klinischen Studien nicht empfohlen.

Gyn-Depesche 4/2011

Wird das AMH durch die Pille beeinflusst?

In einer chinesischen Studie prüften Wissenschaftler, ob eine AMH-Bestimmung durch die Einnahme hormoneller Kontrazeptiva beeinflusst wird. Hierbei zeigten sich keine signifikante Unterschiede in den Pillengruppen und der Kontrollgruppe.

Demnach ist die AMH-Bestimmung eine wertvolle Methode, um auch unter der Pilleneinnahme die Fertilitätsreserve zu bestimmen.

Gyn-Depesche 4/2011

Dopaminagonist gegen Überstimulationssyndrom

In der Reproduktionsmedizin ist das Überstimulationssyndrom eine mitunter lebensbedrohliche Gefahr. Eine Metaanalyse weist auf den schützenden Effekt von Cabergolin hin.

Ein Autorenteam wertete mithilfe mehrerer Datenbanken randomisierte Studien aus, in denen Dopaminagonisten bei der assistierten Reproduktion eingesetzt wurden. Die gepoolten Daten zeigten eine signifikante Verminderung der Häufung eines Überstimulationssyndroms nach Anwendung der Dopaminagonisten. Die absolute Risikoreduktion betrug 12 %. Keinen signifikanten Effekt hatte der Dopaminagonist jedoch auf die Schwere des Überstimulationssyndroms. Schwangerschafts- oder Fehlgeburtenraten wurden durch Cabergolin ebenfalls nicht signifikant beeinflusst.

gynäkologie + geburtshilfe;(4) 2011: 10

Die normale sportliche Betätigung des Mannes beeinflusst die Spermienqualität nicht

In einer 10-jährigen Beobachtungsstudie im Großraum Boston wurden insgesamt 2261 Männer, die sich gemeinsam mit ihrer Partnerin wegen des bestehenden Kinderwunsches in Behandlung befanden, bezüglich des Zusammenhangs zwischen sportlicher Betätigung und Spermienqualität untersucht.

Dabei stellte sich heraus, dass die Spermienkonzentration, Beweglichkeit und Form durch eine “normale” sportliche Betätigung nicht beeinflusst werden. Lediglich das Fahrradfahren von mehr als 5 Stunden/Woche war in dieser Studie mit einer niedrigeren Spermienkonzentration und geringeren Spermienbeweglichkeit assoziiert.

Wise, L. et al: Physical activity and semen quality among men attending an infertility clinic; Fertility Sterility Mar 2011

Beeinflusst das Haarwuchsmittel Finasterid die Spermienqualität?

Eine Fachzeitschrift berichtet über einen Patienten, welcher wegen Alopezie während eines Jahres 1 mg/Tag Finasterid einnahm. Bei diesem Mann war bereits vor der Einnahme des Medikaments eine Einschränkung der Spermienkonzentration nachgewiesen worden. Im jetzt durchgeführten Spermiogramm ließen sich allerdings gar keine Spermien mehr nachweisen. Sechzehn Wochen nach Absetzen des Haarwuchsmittels verbesserte sich das Spermavolumen sofort und die Spermienkonzentration war bei 10 Millionen Spermien/ml nachzuweisen. Mittlerweile versucht er seinen Kinderwunsch mit einer Inseminationsbehandlung zu realisieren.

Das Absetzen von Finasterid hat dem Paar den Versuch einer weniger invasiven Kinderwunschtherapie ermöglicht. Bei bereits eingeschränkter Spermatogenese können Medikamente eine weitere Beeinträchtigung hervorrufen. Deshalb ist bei verzichtbaren Medikamenten wie Finasterid ein Absetzversuch in Erwägung zu ziehen.

Koji Chiba et al: Finasterid-associates male infertility; Fertility and Sterility Apr 2011

Vitamin-D-Gabe für den erfolgreichen Embryotransfer? Höhere Konzentrationen von Vitamin D in der Follikelflüssigkeit steigern möglicherweise die Chancen einer IVF

In einer prospektiven Studie konnten Wissenschaftler eine signifikante Zunahme der Implantations- und Schwangerschaftsraten mit steigender Follikel-Vitamin-D-Konzentration nachweisen. Da die Konzentration von Vitamin D in der Follikelflüssigkeit stark mit der Konzentration im Serum korreliert, wäre eine Vitamin-D-Supplementierung denkbar, um bessere IVF-Schwangerschaftsraten zu erreichen.

Ozkan, S. et al: Replete vitamine D stores predict reproductive success following in vitro fertilization. Fertil Steril 2010; 94: 1314-9, gelesen in Gynäkologie + Geburtshilfe März 2011

PCOS und Pille

Ein wesentliches Merkmal des polyzystischen Ovar-Syndroms ist die Hyperandrogenämie. Diese kann mit oralen Kontrazeptiva (”Pille”) eingedämmt werden.

40 Frauen wurden Pillen mit Drospirenon, Chlormadinonacetat, Desogestrel oder Gestoden zugeteilt. Die Androgene gingen in allen vier Gruppen erheblich zurück. Eine stärkere Abnahme zeigten Drospirenon und Chlormadinonacetat, verglichen mit Desogestrel und Gestoden. Pillen mit Drospirenon oder Chlormadinon können deshalb bevorzugt eingesetzt werden.

Gyn-Depesche; 2/2011

Kumulative Geburtenraten

Gute deutsche IVF-Zentren brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen, wenn die kumulativen Lebendgeburtenraten aus Frisch- und Kryozyklen nach Kaplan-Meier hochgerechnet werden. Christian Gnoth aus Grevenbroich hat nach sechs Zyklen dabei aus eigenen Daten eine kumulative Geburtenrate von 72 % berechnet. Nach zwei Therapiezyklen steigt die Wahrscheinlichkeit für die Geburt eines Kindes von 28 auf rund 40 %, nach drei auf knapp über 50 %. Im vierten Therapieversuch berechnete sich eine weitere, deutliche Steigerung auf etwa 60 %, im fünften auf etwa 66 und im sechsten auf rund 70 % kumulative Geburtenrate. Der Reproduktionsmediziner zog u. a. folgenden Schluss: Mit mehr als drei Zyklen steigen bei Frauen aller Altersgruppen die Erfolgsraten deutlich weiter – der Gesetzgeber sollte deshalb die Begrenzung der Zykluszahl sofort aufheben.

Bericht vom 24. Jahreskongress der deutschen IVF-Zentren 11.-13.11.2010, München

Internationaler Wettbewerb unter Kinderwunschzentren – aber bitte nicht unlauter

Der in mehreren europäischen Ländern tätige österreichische Reproduktionsmediziner Prof. Z. betreibt unter anderem ein IVF-Zentrum in Bregenz am Bodensee. Auf der Homepage der Bregenzer Praxis heißt es u. a.: “… ‘IVF-Zentren Prof. Z.’ mehr als doppelt so hohe Schwangerschaftsraten als in Deutschland …”

Dagegen setzten sich die Ärzte einer Münchner Reproduktionspraxis gerichtlich zur Wehr – mit Erfolg. Der Beklagte berief sich zur Begründung seiner exorbitanten Erfolgsraten auf lediglich 135 Behandlungszyklen. Das Landgericht München urteilte: Dem österreichischen Reproduktionsmediziner Prof. Z. wurde unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten untersagt, zu äußern, dass er mit seinen IVF-Zentren mehr als doppelt so hohe Schwangerschaftsraten als in Deutschland erziele. Die Verwendung falscher oder irreführender Tatsachen zu werbenden Zwecken stellt einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) dar. Das Gericht bewertete die getätigten Aussagen des Beklagten als unzulässige irreführende Werbung.

gyne;08: März 2011

IMSI

IMSI (Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection) ist ein spezielles Verfahren bei der ICSI. Mit der IMSI werden Spermien 6.600-fach vergrößert, unter dem Mikroskop betrachtet und für die ICSI ausgewählt. Mit dieser besonderen Vergrößerung (sonst nur 200- bis 400-fach) können Vakuolen (flüssigkeitsgefüllte Bläschen) im Spermienkopf dargestellt werden. Basierend auf der nicht bewiesenen Vermutung, dass Spermien mit großen Vakuolen eine ungünstige genetische Kompetenz haben, werden nur Spermien mit wenigen kleinen oder vakuolenfreie Spermien genutzt. Auf diese Weise soll das Befruchtungsergebnis sowie die Embryonal- und Schwangerschafts-entwicklung verbessert werden.

Nach 10 Jahren IMSI ist die Methode aber weiterhin sehr umstritten. Ein klarer Vorteil für die gesamte ICSI-Gruppe ist unter Nutzung der IMSI nicht erkennbar. Die Methode ist sehr zeitaufwändig und teuer und wird von den Krankenkassen nicht bezahlt. Gegenwärtig wird diskutiert, dass mit einer sorgfältigen Ejakulat-Aufbereitung und einer physiologischen Spermienselektion (PICSI) gleiche Ergebnisse erreicht werden können. Die Kosten für die Patienten sind damit erheblich geringer. In der Praxisklinik empfehlen wir diesen Weg zur Erfüllung ihres Kinderwunsches (siehe PICSI).

Ursache, Risikofaktoren und Therapie wiederholter Fehlgeburten

Von habituellen Aborten spricht man, wenn eine Fehlgeburt in einer Partnerschaft 3 x oder häufiger auftritt. Bekannte Ursache sind genetische Faktoren, mütterliche Gerinnungsstörungen, Fehlbildungen der Gebärmutter sowie hormonelle Störungen. In vielen Fällen bleibt die Ursache allerdings ungeklärt. Die Basisdiagnostik bei Paaren mit wiederholten Fehlgeburten umfasst die folgende Diagnostik: Chromosomenuntersuchung beider Partner, Ultraschall des kleinen Beckens, eventuell eine Gebärmutterspiegelung, die Erfassung des BMI, endokrinologische Basisdiagnostik, Toxinexposition und ein Thrombophilie­screening. Der Nutzen einer immunologischen Diagnostik ist nach wie vor umstritten und nicht belegt. Bei einem Uterus subseptus ist eine hysteroskopische Septumdurchtrennung angezeigt. Endokrinologische Störungen sollten genau korrigiert werden, insbesondere sollte der TSH-Wert um 1µE/l eingestellt werden. Bei Übergewicht steht eine Gewichtsreduktion im Vordergrund. Eine Toxinexposition sollte vermieden werden. Bei Gerinnungsstörungen kann – abhängig von der Art – eine Behandlung mit Heparin oder ASS hilfreich sein. Unabhängig von der Ursache sollte jeder Patientin mit habituellen Aborten eine regelmäßige und intensive Betreuung zur Erfüllung ihres Kinderwunsches angeboten werden.

Extracta gynaecologica 2010

IVF: gute Schwangerschaft dank gesunder Gebärmutter

Amerikanische Wissenschaftler analysierten Daten von über 300.000 In-vitro-Fertilisationen (IVF) aus den Jahren 2004 bis 2006. 70.000 Einlingsgeburten sind aus diesen künstlichen Befruchtungen hervorgegangen.

Es zeigte sich, dass das durchschnittliche Geburtsgewicht und die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer bei den Kindern, die per Standard-IVF gezeugt worden waren (3.265 g und 37,7 Wochen), größer war als bei IVF mit Eizellspende (3.236 g und 37,4 Wochen). Gleichzeitig war das Geburtsgewicht der Standard-IVF-Kinder kleiner als bei durch Leihmütter zur Welt gebrachten Kindern (3.309 g). Die weibliche Infertilität war in den meisten Fällen mit einem verminderten Geburtsgewicht und einer kürzeren Gestationsdauer assoziiert: Babys von Patientinnen mit Uterusmyomen beispielsweise brachten bei ihrer Geburt am wenigsten auf die Waage und kamen nach der kürzesten Schwangerschaftsdauer zur Welt.

Weber, M.: springermedizin.de; 2011

FertiCheck liefert eine Momentaufnahme der Fruchtbarkeit

Um Frauen ab 30 präventivmedizinisch zu ihrer aktuellen Fruchtbarkeit beraten zu können, bedarf es nur weniger Parameter. Die Bestimmung von Anti-Müller-Hormon (AMH) und basalem follikelstimulierendem Hormon (FSH) in Verbindung mit einer sonographischen Kontrolle des basalen antralen Follikel-Count (AFC) gibt Auskunft darüber, ob Sie sich mit der Familienplanung noch Zeit lassen können oder Sie bald in Angriff nehmen sollten. Bereits im Alter zwischen 35 und 38 Jahren, d. h. Jahre vor der Menopause, schrumpft der noch vorhandene Eizellpool immer schneller. Das basale FSH stellt einen Biomarker für die ovarielle Gonadotropin-Sensitivität dar, wobei Frauen mit Ende 30 und niedrigem basalem FSH eine höhere Chance haben, schwanger zu werden, als Frauen Anfang 30 mit hohen FSH-Spiegeln.

Ferrell, R. J. et al: Menopause 2007; 14 (1) 29-37

Hilier, S.: 9. Internat. Symposium GnRH, Berlin 2008

Je früher, desto besser

Die Fertilität der Frau nimmt nach dem 35. Lebensjahr innerhalb von zehn Jahren dramatisch ab. So beträgt die relative Fertilität einer Frau mit 35 Jahren nur noch etwa die Hälfte von der Fertilität einer 20-Jährigen, bei der 45-jährigen Frau beträgt sie nur noch etwa ein Zwanzigstel. Umgekehrt steigt das Abortrisiko mit zunehmendem Alter an und beträgt durchschnittlich 50 Prozent.

Hingegen ergab eine repräsentative Umfrage des Allensbach-Institutes 2007 bei deutschen Frauen ab 16 Jahren folgende Einschätzungen: 28 Prozent glauben, dass es ab 35 Jahren schwieriger wird, schwanger zu werden, 40 Prozent sehen eine erschwerte Konzeption erst ab 40 Jahren und 14 Prozent sogar erst ab 45 Jahren. Mehr als 80 Prozent der deutschen Frauen sind somit falsch informiert.

Passuello, V.: Gynäkologische Nachrichten 01.2011 (FOKO 2011)

Assistierte Reproduktion: Schlechte Chancen für Frauen ab 43 Jahren

Ein Autorenteam wertete die Schwangerschaftsverläufe von 1.645 Frauen aus, die sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) unterzogen. Alle Frauen waren über 40 Jahre alt. Die Lebendgeburtsrate lag insgesamt bei 6,7 % der eingeleiteten Zyklen. Ab einem Alter der Mutter von 43 Jahren wurden Schwangerschaften mit Lebendgeburten nur bei 1,1 % der Zyklen beobachtet.

Katzorke, T.: Gynäkologie + Geburtshilfe; (2) 2011

PCOS – Was tun gegen die Infertilität?

Das polyzystische Ovar-Syndrom ist eine der häufigsten Hormonstörungen der Frau und geht mit eingeschränkter Fruchtbarkeit einher.

Die Stoffwechselstörungen bei PCOS beeinflusst man gut mit Metformin. Als Mittel gegen die Infertilität gilt aber Clomiphencitrat als erste Wahl. In der zweiten und dritten Reihe stehen FSH-Spritzen und laparoskopisches Anbohren der Eierstöcke (LOD) zur Verfügung. In Wien analysierte man retrospektiv die Komplikationen unter drei Regimen bei Frauen mit PCOS, die Metformin einnahmen. 40 waren nach LOD (nach Versagen von Clomiphen) schwanger geworden, 40 hatten auf Clomiphen angesprochen und bei 40 war es zu einer Gravidität unter Metformin allein gekommen. Die Inzidenzen von Schwangerschaftsdiabetes, schwangerschaftsinduzierter Hypertonie, Präeklampsie und Frühgeburten unterschieden sich ebenfalls nicht signifikant. Trotz der Ergebnisse raten die Autoren von LOD als erster Maßnahme ab, weil damit die Eierstöcke geschädigt werden können und eine noch ausgeprägtere Subfertilität folgen kann.

Ott J et al.: Pregnancy outcome in women with polycystic ovary syndrome comparing the effects of laparoscopic ovarian drilling and clomiphen citrate stimulation in women pre-treated with metformin: a retrospective study. Reprod Biol. Endocrinol 13 (2020) 45 (Epub)

Aktive Prophylaxe mit Folsäure und Folat ist wichtig ab Kinderwunsch bis zum Ende der Stillzeit

Die Bedeutung von Folsäure bzw. Folat für den Neuralrohrschluss ist unbestritten wichtig. Doch viele Frauen substituieren zu spät. Es ist wichtig, rechtzeitig vor Beginn der Schwangerschaft optimal mit Folat versorgt zu sein.

Mit einer täglichen Dosis von 800 µg wird der notwendige Folatspiegel im Durchschnitt nach etwa vier Wochen erzielt. Es ist sinnvoll, ergänzend zur Folsäure die bereits bioaktive Folatform 5-MTHF direkt zu supplementieren.

5-MTHF ist in Form von Calcium-L-Methylfolat (Metafolin) verfügbar. Eine frühzeitige Optimierung der Folatversorgung ist nicht nur wichtig für den Neuralrohrschluss, sondern schützt auch das kindliche Herz. Auch im weiteren Verlauf ist eine ausreichende Folatversorgung wichtig, um Plazentaablösungen sowie Fehl- und Frühgeburten vorzubeugen.

Prof. Dr. med. vet. Klaus Petrzik: gyn kongress, FOKO 2011

Primäre Ovar-Insuffizienz (Eierstockschwäche) – Manchmal sind die Gene schuld

Bei etwa 1 % aller Frauen versiegt die normale Eierstockfunktion vor dem Alter von 40. Die nonsyndromische Ovar-Insuffizienz trägt Züge einer genetisch determinierten Störung.

Beim Menschen kennt man 18 Mutationen des NR5A1-Gens. Französische Forscher stellten nun einen Zusammenhang mit Defekten der Eierstöcke her. Sie studierten vier Familien mit gehäuftem Vorkommen von primärerer Eierstockschwäche und 25 sporadische Fälle. NR5A1-Mutationen kamen bei mehreren Mitgliedern der Familien sowie bei zwei der sporadischen Fälle vor. Damit verbunden waren verschiedene Eierstock-Anomalien, wie Dysgenese oder Insuffizienz. Werden solche Mutationen entdeckt, sollten die Betroffenen auf das Risiko einer familiären Häufung hingewiesen werden.

Lourenco, D. et al.: Mutations in NR5A1 associated with ovarian insufficiency. N Engl J Med 360 (2010) 1200-1210.

IVF-Kinder unterscheiden sich in der Intelligenz nicht von auf natürlichem Wege gezeugten Kindern

Eine IVF-Behandlung hat keine negativen Auswirkungen auf die Intelligenz der so gezeugten Kinder.

In einer Studie an der Universität von Iowa wurde die intellektuelle Leistungsfähigkeit von 423 IVF-Kindern mit der von 372 Kindern einer Kontrollgruppe vergleichen. Alle Teilnehmer waren zwischen 8 und 17 Jahre alt. In speziellen Test, welche nicht nur Wissen, sondern Fähigkeiten wie zum Beispiel Problemlösungen und das Analysieren von Texten beurteilen, schneiden sie sogar überdurchschnittlich am im Vergleich zu normal gezeugten Gleichaltrigen, berichten Forscher der Universität Iowa.

Auszug aus dem “Frauenarzt”

Eizellspende – ein Risikofaktor für Schwangerschaftshochdruck?

In Deutschland ist eine Eizellspende-Behandlung durch das Embryonenschutzgesetz verboten.

Sie wird aber seit nunmehr 25 Jahren im uns umgebenden Ausland durchgeführt. In einer Metaanalyse (Auswertung vieler Publikationen) konnte ein erhöhtes relatives Risiko für Schwangerschaftshochdruck gezeigt werden. Dieser Effekt war unabhängig vom Alter der Frau und dem möglicherweise erhöhten Risiko infolge einer bestehenden Mehrlingsschwangerschaft. Als mögliche Ursache werden immunologische Prozesse diskutiert.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe A, Januar 2011

Die Hormonstimulation während eines IVF/ICSI-Zyklus hat keinen Einfluss auf das Wachstum von intramuralen und subserösen Myomen

Um den Einfluss der Hormonstimulation im Rahmen eines IVF/ICSI-Zyklus auf bestehende Myome zu beurteilen, wurden 72 Frauen mit kleinen Myomen in der Gebärmutterwand (intramural) und mit solchen unter der Oberfläche der Gebärmutter (subserös) untersucht. Dabei wurde der Durchmesser der Myome vor und nach dem IVF-Zyklus sonographisch gemessen. Es konnte festgestellt werden, dass die Hormonstimulation während eines IVF/ICSI-Zyklus keinen Einfluss auf das Wachstum der Myome hat.

(Bengalia, L. et al: Hyperstimulation during IVF cycles does not modify dimensions of small subserosal and intramural leiomyoms, Fertility Sterility Jan 2011)

Reduziert die ovarielle Endometriose die Anzahl bei einer IVF/ICSI gewinnbarer Eizellen?

Die Zahl der Follikel und die während einer Follikelpunktion gewonnenen Eizellen aus einem Eierstock mit Endometriosezysten wurde verglichen mit dem Eierstock der Gegenseite, welcher keine Endometriosezysten enthielt.

Die Follikelzahl (AFC) und die Zahl der insgesamt gewonnenen Eizellen wurde danach verglichen mit den Ergebnissen von Frauen, welche weder Endometriosezysten noch sonstige Endometrioseherde hatten und sich aus anderen Gründen einer IVF-Behandlung unterziehen mussten.

Es zeigte sich, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Zahl der antralen Follikel und der gewonnenen Eizellen zwischen dem Eierstock mit Endometriosezysten und dem Eierstock ohne Endometriosezysten gab. Ebenfalls konnte kein Zusammenhang zwischen der Größe und der Zahl der Endometriosezysten und der Anzahl der gewonnenen Eizellen nachgewiesen werden.

(B. Almog et al: Effects of ovarian endometrioma on the number of oocytes retrieved for in vitro fertilization; Fertility and Sterility Feb. 2011)

IVM nicht besser, sondern schlechter als Standard-IVF

Die In-vitro-Maturation (IVM) von Eizellen hat sich noch nicht einmal bei PCO-Patientinnen durchgesetzt. Zu Recht, erklärte Professor Karsten Held aus Hamburg, denn sie weist keinerlei Vorteile gegenüber konventionellen IVF-Zyklen auf – sondern schlechtere Erfolgsraten.

Nach einer Umfrage in 262 Zentren in 68 Ländern wird bei PCO-Patientinnen – der vielversprechendsten Gruppe – die IVM gerade mal in 2 % der Zentren vorgenommen. Ursächlich dürften die niedrigeren Fertilisationsraten, die im Vergleich etwa halbierten Einnistungsraten und dadurch deutlich schlechteren Schwangerschaftsraten sein. Dazu kommt noch eine erhöhte Abortrate.

Bericht von der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie, Oktober 2010

Männliche Fruchtbarkeit im Visier

Die Diskussion, ob die Fruchtbarkeit der Männer weltweit oder regional sinkt, ist längst nicht beendet.

Science Policy Briefing Sept. 10, Ausgabe 40:

“Der seit Kurzem beobachtete schnelle Anstieg männlicher Fertilitätsprobleme weist eher auf einen Einfluss von Faktoren aus der Umwelt oder die Bedeutung eines geänderten Lebensstils hin als auf genetische Faktoren. Das heißt, es dürfte sich um vermeidbare Noxen handeln, die einer Prävention zugängig sind – sobald sie identifiziert sind”.

Bericht von der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie, Oktober 2010

Den “inneren Werten” der Spermatozoen auf der Spur

Bei Spermien sollte man sich – wie bei vielen Dingen im Leben – nicht von “Äußerlichkeiten” leiten lassen: Vakuolen im Inneren und Krater und Löcher im Äußeren des Spermienkopfes sind bei menschlichen Samenzellen normal. Für Professor Hans-Wilhelm Michelmann wird die Erscheinungsform (Morphologie) der Spermien bei der ICSI derzeit schlicht überbewertet. Bei der Jahrestagung der Andrologen in Hamburg spielten deshalb “innere Werte” von Spermatozoen folgerichtig eine wichtige Rolle.

Eine Möglichkeit, diese inneren Werte zu identifizieren, ist die DFI-Bestimmung. Der DFI ist ein unabhängiges negatives Merkmal bei der Bewertung des Nativ-Ejakulates.

Eine erhöhte DNS-Fragmentierung (DFI) kann in der Spermienentwicklung entstehen. Die DFI-Bestimmung bei der Untersuchung von Kinderwunsch-Paaren mit nicht einzuordnenden Spermien-Befunden bringt hier zusätzliche Erkenntnisse. Bei milder männlicher Subfertilität empfiehlt Professor Paasch bei erhöhtem DFI den Verzicht auf eine Insemination zu Gunsten einer primären IVF.

Bericht von der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie, Oktober 2010

Weniger als 10 % der befruchteten Eizellen führen zur Geburt

Die überwiegende Mehrzahl der befruchteten Eizellen entwickelt sich nicht zu lebensfähigen Embryonen und nur ein kleiner Teil der Embryonen führt zur Lebendgeburt. Die exakten Zahlen hat Dr. Michael Tucker vom Shady Grove Fertility Center in Maryland ausgerechnet. Nur aus 7,5 % aller befruchteten Eizellen entsteht ein Kind, 92,5 % der Eizellen gehen zugrunde.

Highlights vom 66. Jahreskongress der ASRM, Oktober 2010

Verminderte Eierstockreserve bei Blutgruppe Null?

Das Ende der Fruchtbarkeit könnte nicht unerheblich von der Blutgruppe einer Frau abhängen: Ein Team von Wissenschaftlern hat für Frauen mit Blutgruppe Null ein doppelt so hohes Risiko berichtet. In die Untersuchung gingen 560 Frauen aus Kinderwunsch-Sprechstunden ein. Als Basis für die Bestimmung der Fruchtbarkeit diente das Serum-FSH. Frauen, bei denen der Schwellenwert von 10 IE/l überschritten war, fanden sich in dieser Blutgruppe rund zweimal häufiger als bei Patientinnen mit Blutgruppe A oder AB.

Highlights vom 66. Jahreskongress der ASRM, Oktober 2010

Kinderwunsch-Behandlungen im Ausland besser?

Falsch ist die Behauptung, dass die Erfolgsraten in Deutschland weitaus schlechter sind, als im europäischen Ausland. Die EU-Statistik weist für Deutschland eine IVF-Schwangerschaftsrate von 29,4 % aus. Im Vergleich dazu Frankreich: 24,6 %, Spanien: 34,6 %, Niederlande: 27,6 %, Belgien: 29,8 %. Österreich und Tschechien haben zu diesem Qualitätsmerkmal keine Daten an die Zentralstelle gemeldet.

Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Fruchtbarkeit eines Paares mit dem Grenzübertritt ins Ausland steigt. Eizellen und Spermien werden dadurch nicht besser. Schwangerschaftsraten um 70 % und andere Versprechungen ausländischer IVF-Zentren sollen den Reproduktionstourismus ankurbeln. Die realistische Erfolgsquote liegt jedoch deutlich niedriger und wird erlangt mit einem erhöhten Überstimulationsrisiko. Zusätzlich ist auch das Mehrlingsrisiko bei Behandlungen in Ost- und Südeuropa erheblich höher als in Deutschland.

Für eine Kinderwunsch-Behandlung im Ausland gibt es nur noch 2 stichhaltige Gründe: eine Eizell- oder Embryonenspende.

(Auszug Calimera Nr. 4)

Übertragung eines 20-jährigen Embryos

Kürzlich wurde ein Embryo nach vorausgegangener 20-jähriger Einfrierzeit ausgetragen.

Er war mit weiteren überzähligen Eizellen im Vorkernstadium kryokonserviert und später zur Spende freigegeben worden. Die 42-jährige Empfängerin erhielt 20 Jahre später den aufgetauten Embryo, wurde schwanger und brachte inzwischen einen gesunden Jungen zur Welt und erfüllte sich so ihren Kinderwunsch.
Dowling-Lacey D et al, Fertil Steril 2010 (online first)

Rauchen senkt die Einnistungswahrscheinlichkeit von Embryonen

Rauchen wirkt sich negativ auf die Erfolgsraten von IVF- oder ICSI- Behandlungen aus.

In einer aktuell veröffentlichten Studie* belegt eine Arbeitsgruppe aus Israel nun, dass aktives Rauchen bei IVF- oder ICSI- Patientinnen die Wahrscheinlichkeit senkt, mit der Embryonen sich in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Hierfür analysierten die Wissenschaftler die Daten von 237 Patientinnen, die eine auf Grund ihres Alters und der medizinischen Voraussetzungen eine sehr gute Prognose für eine Schwangerschaft in einem IVF oder ICSI Zyklus besaßen.

Der Transfer von zwei optimal entwickelten Embryonen führte bei Nichtraucherinnen in 55,4 % der Zyklen zu einer Schwangerschaft, bei aktiven Raucherinnen signifikant seltener, in nur in 35,7 %. Auch die Lebendgeburtenrate unterschied sich deutlich in beiden Gruppen (42,6 % bei Nichtraucherinnen, 28,6 % bei aktiven Raucherinnen). Passives Rauchen am Arbeitsplatz oder rauchende Partner hatten keine vergleichbare Wirkung auf die Einnistung der sehr gut entwickelten Embryonen.
*High-quality embryos maintain high pregnancy rates in passice smokers but not in active smokers; Avi Ben-Haroush et al. , Reproductive BioMedicine Online 22: 44-49, 2011

Mehr Jungs als Mädels?

Zahlen aus Australien und Neuseeland zeigen, dass nach Embryotransfer im Rahmen einer künstlichen Befruchtung insgesamt etwas mehr Jungen geboren werden. Die sogenannte secondary sex ratio (SSR) beträgt 51,3 % und gibt den Anteil der lebend geborenen Jungen an. Damit ist die SSR ähnlich wie in der übrigen Bevölkerung (SSR 51,5 %). Trotzdem kann die Art der assistierten Reproduktionstechnik einen Einfluss auf die SSR haben. So ermittelten die Wissenschaftler nach IVF eine SSR von 50 %. Wurde eine ICSI durchgeführt, lag die SSR bei 53 %. Diese insgesamt doch geringen Abweichungen zeigen jedoch, dass mit der Art der Reproduktionstechnik nicht das Geschlecht des Kindes gesteuert werden kann.
Dean J et al.(2010), BJOG 117(13):1628-34,
gelesen in „Der Gynäkologe“ Band 43, Heft 12, Dezember 2010

AMH zur Wahl des Behandlungsregimes

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) lässt sich nicht nur als “Bestandsmarker” für die Eierstock-Reserve nutzen, sondern auch für die Wahl der Behandlung. Darüber waren sich Dr. Carl Alviggi aus Neapel und Professor Bruno Lunenfeld einig.

Der Italiener rät bei hohem AMH (> 15 pmol/l) zum Antagonisten- und bei normalen Werten (5-15 pmol/l) zum Agonisten-Protokoll, bei AMH-Werten unter 5 pmol/l wiederum zum Einsatz von Antagonisten. Seine Begründung: Da bei niedriger Eierstock-Reserve keine Kompensation durch eine höhere FSH-Dosis möglich ist, lässt sich der Vorteil der kurzen Stimulation mit Antagonisten und moderater FSH-Dosis nutzen.
20. Weltkongress Fertilität und Sterilität (IFFS), München, 12.-16.09.2010

Höheres Alter der Frauen ein zunehmendes Problem der Kinderwunsch-Behandlung

Der sich erschöpfende Eizellpool ist ein Problem bei den älteren Patientinnen, die Qualität das andere.

In Fällen mit nahezu erschöpfter Eierstockreserve ist nach Überzeugung von Professor Pedro Barri bei Schwangerschaftsraten kein Vorteil für das eine oder andere Behandlungsprotokoll bei IVF/ICSI zu verzeichnen. Auch der Zusatz von LH ist hier für ihn umstritten. Auf keinen Fall jedoch sollte bei schlechter Eierstockantwort in einem IVF-Zyklus statt dessen eine Insemination vorgenommen werden: Sowohl die Schwangerschaftsraten (5,2 % versus 25,7 %) als auch die Lebendgeburtenraten (4,1 % versus 19,8 %) sind im Vergleich signifikant niedriger.
20. Weltkongress Fertilität und Sterilität (IFFS), München, 12.-16.09.2010

Drohende (latente) Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Die Verordnung des Schilddrüsenhormons LT4 führte bei Frauen mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion bei der Durchführung einer IVF/ICSI zur besseren Embryoqualität, erhöhten Einnistungsrate, Verringerung der Fehlgeburtsrate und erhöhten Lebendgeburtsrate.
Bei Hinweisen auf eine entsprechende Schilddrüsenfunktionsstörung sollten Kinderwunschpatienten deshalb entsprechende Medikamente erhalten.
(Chung-Hoon et al: Effect of levothyroxine treatment on in vitro fertilization and pregnancy outcome in infertile women with subclinical hypothyroidism undergoing in vitro fertilization/intracytoplasmic sperm injection – Fertility Sterility 2010)

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Embryotransfer?

Es gab die Annahme, dass bei Frauen mit schlechter Schwangerschaftsrate nach IVF/ICSI der Embryotransfer am Tag 2 statt Tag 3 zu höheren Schwangerschaftsraten führen könnte. In einer neueren Studie konnte jedoch kein signifikanter Unterschied bestätigt werden.
(Shahine L. et al: Day 2 versus day 3 embryo transfer in poor responders: a prospective randomized trial, Fertility Sterility Jan 2011)

Abrechnung der Insemination, IVF und ICSI aus andrologischer Indikation zu Lasten der PKV des Mannes

Der Bundesgerichtshof hat mit seiner Entscheidung vom 15.09.2010 (Az.: IV ZR 187/07) für Klarheit gesorgt. Der BGH führt aus:
“Wird eine In-vitro-Fertilisation in Kombination mit einer intracytoplasmatischen Spermieninjektion vorgenommen, um die organisch bedingte Unfruchtbarkeit eines Mannes zu überwinden, so ist die Maßnahme eine insgesamt auf dieses Krankheitsbild abgestimmte Heilbehandlung, die darauf gerichtet ist, die Unfruchtbarkeit des Mannes zu lindern. Dabei wird die Linderung mittels der Ersetzung der gestörten Körperfunktion durch medizinische Maßnahmen erzielt. Für die hier zunächst vorgenommenen sechs Inseminationsbehandlungen gilt nichts anderes. Auch hier ist für die Frage der Kostenerstattung nicht zwischen Behandlungsschritten zu unterscheiden, die ausschließlich am Körper des Mannes oder der Frau vorgenommen werden. Die Beklagte (Anm.: Privatversicherung) durfte deshalb die Kostenerstattung nicht auf die Spermaaufbereitung im Rahmen der Inseminationsbehandlungen beschränken.”
Aus dem Urteil des BGH ergibt sich zweifelsfrei, dass alle im Zusammenhang mit der IVF/ICSI oder Inseminationstherapie aus andrologischer Indikation entstehenden Kosten durch die Privatversicherung des erkrankten Mannes zu übernehmen sind.

Altersspezifische Veränderungen des Anti-Müller-Hormons (AMH)

Das Anti-Müller-Hormon ist ein Prognose-Kriterium für die Fertilitätsreserve der Frau. Es spiegelt die Zahl der in den Eierstöcken vorhandenen Follikel wider.
In einer retrospektiven Studie amerikanischer Kinderwunschzentren wurde bei mehr als 17.000 Analysen festgestellt, dass der jährliche Abfall des Anti-Müller-Hormons zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr etwa 0,2 ng/ml betrug. Nach dem 40. Lebensjahr sank der AMH-Wert um etwa 0,1 ng/ml. Der durchschnittliche AMH-Wert der 25-jährigen Frau betrug 4 ng/ml, bei der 30-jährigen 3 ng/ml, mit 35 Lebensjahren 2 ng/ml und mit dem 40. Lebensjahr noch 1 ng/ml.
Die umfängliche Analyse des Anti-Müller-Hormons zeigt seine hervorragende Bedeutung zur individuellen Einschätzung der Eizell-Reserve einer Frau.
(Seifer et al.: Age-specific AMH values for U.S. clinics; Fertility and Sterility 2010)

Künstliche Befruchtung bei von HIV betroffenen Patienten

Der gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner Sitzung am 16.09.2010 beschlossen, die Richtlinien über künstliche Befruchtung zu ändern und nun Patienten mit positivem HIV-Status die reguläre Abrechnung einer Insemination, IVF oder ICSI-Behandlung über die Krankenkasse zu ermöglichen. Alle sonst üblichen Voraussetzungen zur Erstattung der Kosten durch die Krankenkasse bleiben davon unberührt.

Wiederholte Fehlgeburten gehen mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einher

Wenn eine Frau mehrere Fehlgeburten erleidet, hat sie später ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko. Das zeigt eine Studie aus Heidelberg mit über 11.500 Frauen, die mindestens einmal schwanger waren. Fast ein Viertel von ihnen hatte eine oder mehrere Fehlgeburten. Die Auswertung zeigte, dass Frauen mit Fehlgeburten ein deutlich erhöhtes Risiko hatten, später einen Herzinfarkt zu erleiden. Besonders betroffen waren Frauen mit mehr als 3 Fehlgeburten. Bei ihnen war das Herzinfarktrisiko fünfmal so hoch wie bei Frauen ohne Fehlgeburt. Die Fehlgeburten scheinen jedoch nicht die Ursache des erhöhten Risikos zu sein. Vielmehr gibt es offenbar Faktoren, die sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt als auch die eines Herzinfarktes erhöhen. Wiederholte Fehlgeburten sollten deshalb als Hinweis auf Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System betrachtet werden, schreibt das Team um Elham Kharazmi vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Neue Impfempfehlungen

Das Robert-Koch-Institut hat die aktualisierten Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Epidemiologischen Bulletin 30/2010 veröffentlicht. Für Frauen mit Kinderwunsch treffen folgende Änderungen zu:
Masern:
einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die ungeimpft sind, in der Kindheit nur einmal geimpft wurden oder einen unklaren Impfstatus haben
Pertussis (Keuchhusten):
Sofern in den letzten 10 Jahren keine Pertussis-Impfung stattgefunden hat, erhalten Frauen im gebärfähigen Alter eine Dosis Pertussis-Impfstoff.
Röteln:
Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter erhalten eine zweimalige Impfung.
Einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter erhalten eine Impfdosis.