Informationsabend

Unser nächster Informationsabend für Patienten mit Kinderwunsch findet am 23.02.2012  um 18 Uhr in den Räumen der Praxisklinik am Gendarmenmarkt in Berlin statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Was ist EmbryoGlue?

Die Eizellen bzw. Embryonen befinden sich in der Zeit zwischen Eizellentnahme und Embryotransfer in einer ganz speziellen Flüssigkeit, dem Kulturmedium. Viele Bemühungen wurden unternommen, um die Zusammensetzung dieses Kulturmediums optimal den Bedürfnissen eines Embryos anzupassen. Das Kulturmedium enthält u. a. Elektrolyte, Aminosäuren, Eiweiße und Kohlenhydrate.
EmbryoGlue ist ein Kulturmedium, welches speziell für den Embryotransfer eingesetzt wird. Es enthält eine hohe Konzentration an Hyaluronat, wodurch die Einnistung der transferierten Embryonen unterstützt werden soll. Dieser Effekt konnte in einer Reihe von Untersuchungen nicht eindeutig bewiesen werden.
Die hohen Kosten für EmbryoGlue, die in der Regel an die Patienten weitergegeben werden, entstehen durch einen weiteren Zusatz im Medium, dem sog. Albumin. Bei „EmbryoGlue“ handelt es sich um rekombinantes, also künstlich hergestelltes Albumin, welches sehr teuer ist. Üblicherweise wird in Kulturlösungen Albumin menschlichen Ursprungs verwendet, das deutlich kostengünstiger ist.
Wir verwenden für unsere Embryotransfere ein Kulturmedium desselben Herstellers mit einem ähnlich hohen Anteil an Hyaluronat wie EmbryoGlue und sehen daher keinen Vorteil in dem Einsatz des kostspieligeren Spezialmediums. Auf Wunsch der Patienten können wir es natürlich dennoch verwenden

Die PraxisKlinik

PICSI

Zur Verbesserung der Befruchtungsergebnisse bieten wir unseren Patienten im Zusammenhang mit der Mikroinjektion (ICSI) die neue Methode der p(hysiologischen) ICSI an. Durch einen sogenannten Hyaluronsäure-Test können besonders gut geeignete, reife Spermien für die Befruchtung ausgewählt werden. Diese Samenzellen sind in einem hohen Maße genetisch intakt. Indikation zur Durchführung der PICSI sind andrologisch sehr stark eingeschränkte Spermienbefunde bzw. bei der vorliegenden Erkenntnis eines hohen Anteils von Spermien mit geschädigtem Erbmaterial.  mehr

PREDICT-Studie bei IVF-Behandlungen

Die Praxisklinik führt gemeinsam mit der Firma Ferring bei IVF-Patienten eine Studie durch, bei der es um die Wirksamkeit von Medikamenten (humanes Gonadotropin/HMG und rekombinantes FSH) geht.

Wissenschaftlich ist offen, ob diese Medikamente in der Stimulation einen unterschiedlichen Hormonverlauf bei der Patientin hervorrufen und ob dieses evtl. auch die Schwangerschafts­wahrscheinlichkeit begünstigt oder nicht.

Die Studie ist bei der Ethikkommission angemeldet und akzeptiert worden.

Im Rahmen dieser Studie werden die entsprechenden Medikamente (Menogon oder Gonal F) kostenlos zur Verfügung gestellt.

Allerdings können nur Patientinnen mit In-vitro-Fertilisation (IVF) und nicht Patientinnen mit ICSI berücksichtigt werden. Zudem betrifft dieses ausschließlich Patientinnen im Alter zwischen 34 und 42 Jahren.

Wenn Sie Interesse an einer Studienteilnahme haben, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der Praxisklinik. Wir informieren Sie gern.

Nach Fehlgeburt nicht zu lange warten

In einer Beobachtungsstudie werteten schottische Wissenschaftler Daten von 30.937 Frauen aus (1981-2000), die in ihrer ersten Schwangerschaft eine Fehlgeburt hatten und danach wieder schwanger wurden.

Verglichen mit den Frauen, die zwischen sechs und zwölf Monate nach der Fehlgeburt eine erneute Schwangerschaft hatten, war das Fehlgeburtsrisiko bei einer Folgeschwangerschaft innerhalb von sechs Monaten signifikant niedriger. Frauen, die innerhalb von sechs Monaten schwanger wurden, hatten eine geringere Wahrscheinlichkeiten für eine Sectio oder eine Frühgeburt.
Love ER et al.: Effect of interpregnancy intervall on outcomes of pregnancy after miscarriage: retrospective analysis of hospital episode statistics in Scotland. BMJ 2010; 341:C3967

Thromboseprophylaxe nach gynäkologischen Operationen

Nach gynäkologischen Operationen sollte mindestens fünf bis sieben Tage lang eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe erfolgen.

Unabhängig davon, ob die Frauen stationär oder ambulant behandelt werden, haben nach großen gynäkologischen Operationen ohne Prophylaxe 15-40 % der Frauen tiefe Venenthrombosen. Mit medikamentösen und physikalischen Maßnahmen lässt sich diese Rate auf 1-6,5 % senken.
Gynäkologie und Geburtshilfe; 1-2011

Bis zu 50 % Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit PolarAide

Die Polarisationsmikroskopie hilft bei der Auswahl geeigneter befruchteter Eizellen für den Embryotransfer. Mit Hilfe von zirkulär polarisiertem Licht wird die innere Schicht der Eizellhülle (Zona pellucida) als leuchtender Ring sichtbar gemacht.

PolarAide ermittelt für jede Eizelle einen Zahlenwert (Score), der die Leuchtintensität dieses Ringes wiedergibt. Dieser Zahlenwert wird von uns in Kombination mit der Morphologie („dem Aussehen“) der Eizelle als Auswahlgrundlage verwendet.

Von der Praxisklinik können inzwischen die Daten aus 361 ICSI-Zyklen mit PolarAide und mit mindestens 5 reifen (Metaphase II) Eizellen überblicken. Es zeigt sich, dass die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit pro Embryotransfer bei mehr als 40 % liegt, wenn mindestens 1 Embryo mit einem PolarAide  Score zwischen +5 und -5 transferiert werden konnte. Liegen die Scores aller transferierter Embryonen zwischen -1 und -5, steigt die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit auf 50 % (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1:

Polar Aide Score

>6

0 bis 5

-1 bis – 5

< – 5

Anzahl Transfere (ET)

22

46

53

65

Anzahl SS

8

20

27

22

SS / ET (%)

36,4

43,5

50,9

33,8

Durchschnittsalter

32,0

33,3

33,3

33,6

Durchschittliche Anzahl reifer (MII) Eizellen

12,1

9,6

9,9

7,7

 

Nicht immer gleich ICSI nötig

Die aktuell vorliegende Auswertung des Deutschen IVF-Registers (DIR) zeigt eine IVF-Schwangerschaftsrate aller bundesdeutschen Zentren von 29 % pro Embryotransfer. Grundsätzlich besteht eine allgemeine Tendenz, aus Sicherheitsgründen eher eine ICSI durchzuführen. Die Schwangerschaftsrate nach ICSI beträgt in Deutschland ebenfalls 29 % pro Embryotransfer.

In der Praxisklinik gehen wir einen anderen Weg. Wenn es möglich ist und sinnvoll erscheint, bevorzugen wir die Befruchtung der Eizellen durch die weniger invasive IVF. Der Prozess der Befruchtung kann ungestört verlaufen. Eine direkte Auswahl einer besonderen Samenzelle ist nicht notwendig. Das Deutsche IVF-Register weist für unsere Praxisklinik eine Schwangerschaftsrate für IVF (2010) von 45 % pro Embryotransfer aus. Die Analyse bestätigt damit die Richtigkeit unseres Vorgehens.

Schwangerschaftsraten

Verwechslung von Eizellen und Samenzellen ausgeschlossen

Witness Kinderwunschzentrum Praxisklinik Sydow

Viele Paare haben Angst, dass es bei ihrer Behandlung zur Verwechslung von Eizellen oder Spermien kommen könnte. Wir haben deshalb als erstes Kinderwunsch-Zentrum in Deutschland zusätzlich zu unseren regulären Sicherheitsmaßnahmen das IVF Witness-System eingeführt. Es handelt sich dabei um ein computergestütztes Überwachungssystem, das jeden Arbeitsschritt in unserem Labor dokumentiert und mögliche Verwechslungen aktiv verhindert.

Wie funktioniert das?

Jedes Probengefäß wird mit Hilfe von speziellen Aufklebern eindeutig einem Patientenpaar zugeordnet. Das Computerprogramm erkennt dadurch automatisch, wessen Probe sich auf dem Arbeitsplatz befindet. Sollten nicht zueinander gehörende Proben in den Arbeitsbereich gebracht werden, wird sofort ein akustischer und visueller Alarm ausgelöst. Ein Weiterarbeiten ist damit nicht mehr möglich.

Dieses System wird in England von der zuständigen Überwachungsbehörde der IVF-Zentren empfohlen und seit Jahren dort erfolgreich eingesetzt. Die Einführung des Systems in der Praxisklinik garantiert unseren Patienten einen hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandard.

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